Kein Grund zum Feiern: Die hohen Kaffeepreise

Liebe Kundinnen und Kunden von Kaffee-Welt-24,

wir hätten sehr gerne einen Blogpost darüber geschrieben, wie sehr wir uns darüber freuen, nun schon mehrfach von Ihnen unter die besten Kaffee-Onlineshops Deutschlands gewählt worden zu sein. Oder darüber, dass wir offenbar zu den Onlineshops gehören, die besonders viele treue Kundinnen und Kunden haben. Das macht uns stolz und motiviert uns wirklich sehr. Vielleicht schreiben wir einen solchen Text auch bald einmal.

Leider beschäftigt uns gerade ein anderes Thema sehr: Kaffee wird immer teurer

Heute möchten – oder müssen – wir uns aber zu etwas ganz anderem äußern: Etwas, das uns sehr auf dem Herzen liegt und weder Sie noch uns in Feierlaune versetzt: der fortdauernde Preisanstieg bei Kaffee. Es lässt sich ja nicht ignorieren, das Kaffee auf dem Weltmarkt immer teurer wird – für uns und für Sie. Wir möchten aber nicht einfach kommentarlos die Preise erhöhen, sondern Erklärungen bieten und davon berichten, was gerade auf den Märkten geschieht. Denn wir finden, das sind wir Ihnen schuldig, gerade, weil viele von Ihnen – Unternehmen und Privatkunden – uns schon so lange die Treue halten.

Die Kaffeepreise steigen – und das schon seit Jahren

Der Blick auf die Zahlen zeigt, dass die Kaffeepreise im Welthandel sich innerhalb der letzten 2 Jahre, also seit Februar 2023, annähernd verdoppelt haben, wie eine aktuelle Statistik des ICO (International Coffee Organisation) ergibt.

Aktuelle Kaffeepreise live verfolgen? Das können Sie direkt mit unserem Link zur Börse. Hier sehen Sie, welche Preise für Kaffee aktuell an der Börse gehandelt werden und können die Preisentwicklung in den vergangenen Jahren anhand der Kaffee-Chart auf der Seite nachvollziehen. Wir hoffen alle, dass die Preise bald wieder fallen. Aber weshalb kostet Kaffee momentan überhaupt so viel? Wir haben uns auf Ursachensuche begeben und es kommen hier viele Faktoren zusammen, die zu diesem enormen Preisanstieg bei Kaffee beitragen.

Ernteausfälle bei Kaffee durch Wetterextreme

Brasilien ist der weltweit größte Kaffeeproduzent: 40 % des Kaffees kommt von dort. Eine anhaltende Dürre in den Jahren 2023 und 2024Klima-und-KaffeeKoBJVVBgpwKfj wirkte sich gravierend auf die Ernte aus. In der Region Minas Gerais etwa, dem Hauptanbaugebiet für Arabica-Bohnen ging die Ernte um bis zu 20 % zurück. Der zweitgrößte Kaffeeproduzent Vietnam wurde mehrfach von Taifunen heimgesucht. Die schweren Stürme verursachten mehrfach große Schäden: Es gab Todesopfer, viele Verletzte und Tausende Hektar Kaffeeplantagen wurden zerstört und es wird vermutlich Jahre dauern, bis sich dieses Anbaugebiet erholt hat. Nur zwei Beispiel für zerstörerische Klimaereignisse, die sich direkt und sehr gravierend auf den Kaffeeanbau auswirkten und für Preissteigerungen aufgrund von Knappheit sorgen.

Auch andere kaffeeproduzierende Länder, wie Kolumbien etwa, litten unter Dürren. Hurrikane mit Starkregen und Überschwemmungen trafen in den letzten fünf Jahren immer wieder verschiedene Länder Mittelamerikas, zum Beispiel Honduras und Nicaragua. Auch dort wurden große Anbauflächen verwüstet und an der Regeneration von über 10 000 Hektar werden dortige Kaffeebauern noch lange arbeiten.

Das sind nur einige Beispiele, deren Auswirkungen wir zusehends spüren, da die insgesamt dem Kaffee-Welthandel zur Verfügung stehende Menge abnimmt.

Steigende Kaffee-Nachfrage bei Großkonsumenten

Dazu kommen neue Kaffeeliebhaber auf dem Weltmarkt. Beispiel China: Zwar ist Tee nach wie vor das mit Abstand beliebteste Getränk, aber der Kaffeekonsum steigt und hat sich innerhalb der letzten zehn Jahre fast verdoppelt: von 9 Tassen jährlichem Pro-Kopf-Konsum auf 16,8 Tassen im Jahr 2023. Klingt wenig, ergibt aber für ein bevölkerungsreiches Land wie China eine unglaubliche Menge an Kaffee.

Zwar wird in China selbst auch Kaffee angebaut, die Menge von 108 000 Tonnen im Erntejahr 2023/24 reicht aber bei weitem nicht aus, um den steigenden Bedarf zu decken. China ist auf erhebliche Kaffee-Importe angewiesen und kaufte nochmals 139 856 Tonnen aus verschiedenen Anbaugebieten der Erde dazu, überwiegend in Brasilien, Äthiopien und Kolumbien.

Kaffeebohnen als Spekulationsobjekt an den Rohstoffbörsen

Dieser Aspekt ist besonders ärgerlich: Die Knappheit von Rohstoffen – auch bei Lebensmitteln – ruft regelmäßig Spekulanten auf den Plan, auch wenn immer wieder versucht wird, derlei Aktivitäten zu regulieren. Schon seit Jahren spielen Spekulationen auf dem Kaffeemarkt eine zunehmende Rolle bei der Preisgestaltung und sorgen für Bewegungen die weder mit klimatischen Ereignissen, noch mit einer veränderten Nachfrage zu erklären sind. Bedauerlicherweise nehmen solche spekulativen Aktivitäten auf dem Kaffeemarkt in Krisenzeiten nicht ab, sondern zu, und sie verschärfen die ohnehin schon schwierige preisliche Situation für Kaffeehändler und Konsumenten.

20200810_163849a

Leider immer schwieriger zu bekommen: Rohkaffee

Was uns besonders schmerzt: Rohkaffee ist momentan sehr schwer in für uns akzeptablen Mengen zu vernünftigen Preisen zu bekommen. Wer unser Sortiment kennt, weiß, wie sehr uns gerade unser breites Sortiment an Rohkaffees am Herzen liegt. Wir konnten Kaffeefans, die gerne selbst rösten, verschiedene Bohnen anbieten, darunter ganz besondere Rohkaffees aus kleinen Anbauprojekten. Momentan können wir das nur sehr eingeschränkt. Sofern wir eine Lieferung nicht zusagen können, dürfen wir den Kaffee nicht anbieten, ohne uns in Schwierigkeiten zu bringen.

Deshalb bitten wir Sie um Folgendes: Wenn Sie gerne Rohkaffee bestellen möchten, nehmen Sie einfach Kontakt zu uns auf – per E-Mail, Kontaktformular oder Telefon – und wir werden sehen, was wir tun können!

 

Kein Kaffee ist auch keine Lösung

Wir möchten Ihnen weiterhin hochwertigen Kaffee zu Preisen anbieten, die sowohl Ihnen, als auch den Kaffeeproduzenten gegenüber fair sind. Verlassen Sie sich darauf: Hätten wir uns zum Ziel gesetzt, unermesslich reich zu werden, wären wir Spekulanten geworden. Wenn wir also Preise erhöhen, versuchen wir, das möglichst moderat zu tun und nur, um die gestiegenen Kosten zu decken, die Existenz unseres Unternehmens und faire Löhne entlang der gesamten Lieferkette zu sichern.

Wir bitten Sie um Ihr Verständnis und Ihre Unterstützung in diesen herausfordernden Zeiten. Gemeinsam können wir dazu beitragen, dass der Genuss von Kaffee auch in Zukunft mit Fairness, Qualität und Nachhaltigkeit verbunden bleibt. Was sind Ihre Gedanken dazu? Wir freuen uns über Kommentare, Wünsche und Anregungen. Ihr Kaffee-Welt24-Team.

 

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.